Frauen. Brand. Rede. Nein SCHREI!

Akustisch-immersive Audioinstallation und Hörstück
von Carola v. Seckendorff und Anja Kreysing

Brandreden reflektieren initial gesellschaftliche Missstände, Ereignisse und Handlungen auf retrospektive, aber vor allem auf prospektive Weise.   Brandreden sind in unserer Demokratie im Gegensatz zu autoritären Systemen, in denen die Rede lediglich sprachliche Legitimationsapparate für Unterdrückung und Verfolgung Andersdenkender sind, die friedliche Alternative zu repressiven oder aggressiven Mitteln gesellschaftlicher Steuerung.

Wir legen den Fokus auf die weiblichen Stimmen, die seit der Gründung des Grundgesetzes immer lauter, wirkmächtiger werden und Einfluss haben und hatten auf unsere Sicht der Welt. Angefangen bei Helene Lange, Ingeborg Bachmann, Anne-Marie Renger, Petra Kelly, Christa Wolf und Angela Merkel hier in Deutschland, den großen Bogen aber schlagend auch zu den jungen Heldinnen der Gegenwart, die zur Tat greifen, weil Worte nicht genügen: Malala Yousafzai, Emma González, Carola Rackete, Greta Thunberg, Megan Rapinoe. Diese jungen Heldinnen agieren außerhalb der politischen Strukturen, sie sind Vertreterinnen der Zivilgesellschaft. Sie stoßen die Gesellschaft zu entschiedenem Handeln an, sie geben uns Hoffnung, sie sind wie der Schweizer Tagesanzeiger schreibt: „der größtmögliche Kontrast zur hässlichen Fratze unserer Zeit“.

Wir wollen diesen Wort-und Handlungsmächtigen Frauen erneut Gehör verschaffen und Abgleich schaffen zu dem, was schon erreicht wurde und noch zu erreichen ist. Durch die Ohren ins Hirn zum Herzen zurück zum Hirn und dann direkt zur Aktion.
Zu erleben ist eine eigenständige Audioinstallation, präsentiert in einem öffentlichen Raum, in welchem normalweise viele Menschen sitzen, um kulturellen, universitären oder politischen Beiträgen beizuwohnen. Durch Corona sind diese öffentlichen Räume leergefegt, jedem Diskurs entzogen. Auf unbestimmte Zeit lässt es sich nicht zur kulturellen Normalität zurückkehren. Die Nutzung dieser Räume wird bis auf Weiteres von einer Beklommenheit begleitet werden und in diese Beklommenheit laden wir zum Lauschen ein:

Die Bühne ist leer, es gibt kein großes Auditorium, aber die Stimmen hallen von allen Seiten nach. Ein akustisch-immersiver Reflexions- und Denkraum entsteht.

Die Audioinstallation ist absolut coronatauglich, es wird nicht live gesprochen oder gespielt. Es gibt nur wenig Publikum mit viel Raum um jede*n Einzelne*n herum.
Es ist aber auch möglich ohne aus dem Haus zu gehen, bequem vom Sofa aus, dieser Arbeit als Hörstück auf Radio AM beiwohnen.

Stimmen:

Technik/Ton

Cornelia Kupferschmid, Gabriele Brüning, Beate Reker, Rose Lohmann, Pauline v. Seckendorff, Originalstimmen
Sascha Kramski

in Kooperation mit dem Medienforum Münster e.V., der WWU Münster  und dem Friedensbüro im Rahmen von „Werkstatt Demokratie“.

Premiere:
Live/Performance:

10.04.2021 19:00 Uhr WWU Münster – Hörsaal H1
02.10 – 10.10. 2021 Festival der Demokratie im Pumpenhaus

Radiointerview u. Hörstück